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Die Gründungsurkunde des Klosters - Teil 4 PDF Drucken
Beitragsinhalt
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Teil 3
Teil 4
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Die vorgenannten Klosterbrüder, die nach der Regel des Kanonikerstiftes gemeinsam lebten, strebten nach einem [noch] beifallswürdigeren Klosterleben und beschlossen in einstimmiger Hingabe, dass sie nach der Erfahrung jenes Lebens als Kanoniker das Ordenskleid und die Regel des heiligen Vater Benedikt annehmen wollten. Sie schickten deshalb an uns eine Gesandschaft und erbaten über diese Angelegenheit unseren Rat, unsere Willensäußerung und unsere Hilfe. Wir haben aber unseren Mitbrüdern, den Erzbischöfen wie den Bischöfen, den Äbten, den Kanonikern, den Mönchen und den Laien deren Wunsch dargelegt und haben nach Beratung mit allen den beifallswürdigen Wünschen jener [Brüder] bereitwillig zugestimmt, und wir haben Gott, von dem alles Gute kommt, angefleht, dass sie mit seiner Hilfe in den Stand gelangen dürften, den sie aufgrund seiner Eingebung beginnen wollten.

Als sie mit uns in häufigem Gesprächsaustausch darüber berieten, wie das geschehen solle, und darüber in heilsamer Besorgtheit nachdachten, von wo sie ihre Regel empfangen sollten, da haben wir aufgrund göttlicher Eingebung die Regel des allerheiligsten Cluniazenserordens erwählt, in welchem freiwillige Armut zugleich mit Verachtung dieser Welt herrscht, in welchem die brüderliche Liebe, verbunden mit Demut und Gehorsam regiert. Diese Ordensregel haben wir unter Führung des Abtes Lampert angenommen, diese werden wir, so Gott will, niemals aufgeben. Indem wir Gott Dank sagen, möchten wir diesen Ort ihm als ein für uns heilsames Opfer darbringen und unter Anrufung seines Namens unveränderlich einrichten, damit er von jetzt ab frei und der Ordensregel hingeben bleibe und weder uns noch unseren Nachfolgern irgendeinen weltlichen Dienst schulde. Die Brüder sollen das Recht zur Einsetzung des Abtes zu eigen haben und keine geistliche oder weltliche Gewalt soll es wagen, sie zu etwas andrem zu zwingen. Der Abt selbst aber soll in Gottesfurcht für sich abgesondert sein und für das Seelenheil sorgen, mit seinem Hausgefolge zufrieden sein und das geistliche Leben nicht durch kriegerischen Ehrgeiz beschweren, und er soll, weil es das Heil des Volkes, das dort zusammenkommt, so erfordert, Kraft unserer Autorität in der Kirche predigen und mit dem Rat der Brüder freie Verfügungsgewalt über das Vermögen innerhalb und außerhalb haben. Wenn jener aber später vielleicht, was ferne sein möge, allzu freizügig und tadelnswert sein Leben führt und die kirchlichen Angelegenheiten unbedachtsam behandelt oder auf irgendeine Weise mehr beherrscht zu werden als selbst zu herrschen scheint, dann soll er das Priorat verlieren, nachdem im Beisein des Bischofs über ihn ein Gerichtsspruch und ein rechtmäßiges Urteil von den Brüdern allein ergangen ist. Niemand möge aber das, was wir hier bestimmt haben, gleichsam als eine neue Erfindung tadeln, weil nämlich auch die Ordensregel der Cluniazenser dieses immer als rechtmäßig beachtet. Jene Kirche soll aber keinen Vogt haben, außer, wen sie sich selbst gewünscht hat, welcher von den Gütern, für die er verantwortlich ist, nur zum Abhalten von Gericht und Urteilserkündung Gebrauch machen darf. Er möge sich in keiner Weise einmischen und nicht wagen, über das hinaus, was hier festgesetzt ist, für sich dienste zu verlangen. Damit aber diese unsere Satzung fest und unverändert für immer beachtet werde, haben wir unter Anrufung der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit mit der Ermächtigung der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller, die mit ihnen hier Schutzpatrone sind, unter dem Richterspruch aller Heiligen, unserem bischöflichen Bann und deren Unterschrift unserer Mitbischöfe, sowohl der gegenwärtigen als auch der zukünftigen, und der Androhung der ewigen Verdammnis und jenes schrecklichen jüngsten Gerichtes, alles bestätigt und dies Urkunde mit dem Abdruck unseres Siegels gekennzeichnet.



 
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